Der Body Mass Index (BMI) ist weltweit der bekannteste Wert, um das Körpergewicht zu bewerten. Ärzte, Versicherungen und Fitness-Apps nutzen ihn. Doch was sagt der BMI wirklich aus? Und wo liegen seine Grenzen? In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du wissen musst.
Was ist der BMI?
Der BMI ist eine einfache Formel, die das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße berechnet. Entwickelt wurde sie im 19. Jahrhundert von dem belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet – daher heißt sie auch Quetelet-Index.
BMI = Körpergewicht (kg) ÷ (Körpergröße in m)²
Beispiel: Eine Person wiegt 75 kg und ist 1,75 m groß.
BMI = 75 ÷ (1,75 × 1,75) = 75 ÷ 3,06 = 24,5 kg/m²
BMI-Tabelle: Was bedeuten die Werte?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat folgende Kategorien festgelegt:
| Kategorie | BMI (kg/m²) | Risiko für Begleiterkrankungen |
|---|---|---|
| Starkes Untergewicht | < 16,0 | Sehr hoch |
| Mäßiges Untergewicht | 16,0 – 17,0 | Erhöht |
| Leichtes Untergewicht | 17,0 – 18,5 | Erhöht |
| Normalgewicht | 18,5 – 25,0 | Durchschnittlich |
| Übergewicht (Präadipositas) | 25,0 – 30,0 | Erhöht |
| Adipositas Grad I | 30,0 – 35,0 | Hoch |
| Adipositas Grad II | 35,0 – 40,0 | Sehr hoch |
| Adipositas Grad III | > 40,0 | Extrem hoch |
💡 Gut zu wissen
Die BMI-Grenzwerte gelten für Erwachsene (18-65 Jahre). Für Kinder, Jugendliche, Senioren und Menschen mit viel Muskelmasse gelten abweichende Werte.
Wo liegen die Grenzen des BMI?
Der BMI ist ein grober Richtwert – mehr nicht. Er hat einige bekannte Schwächen:
1. Keine Unterscheidung zwischen Muskel- und Fettmasse
Ein Bodybuilder mit 10% Körperfett und 100 kg Muskelmasse hat bei 1,80m einen BMI von 30,9 – das wäre laut WHO "Adipositas Grad I". Dabei ist er extrem fit und gesund. Der BMI kann nicht zwischen Muskel und Fett unterscheiden.
2. Keine Berücksichtigung der Fettverteilung
Bauchfett (viszerales Fett) ist deutlich ungesünder als Fett an Hüften oder Oberschenkeln. Der BMI erfasst diesen Unterschied nicht. Hier ist der Taillenumfang aussagekräftiger.
3. Keine Anpassung an Alter und Geschlecht
Frauen haben natürlicherweise einen höheren Körperfettanteil als Männer. Ältere Menschen verlieren Muskelmasse. Der BMI berücksichtigt weder das eine noch das andere.
Bessere Alternativen zum BMI
Wenn du deine Gesundheit genauer bewerten möchtest, solltest du zusätzlich zum BMI folgende Werte betrachten:
- Taillenumfang: Bei Männern unter 94 cm, bei Frauen unter 80 cm (WHO-Richtwert)
- Taille-Hüft-Verhältnis (WHR): Gibt Aufschluss über die Fettverteilung
- Körperfettanteil: Kann mit Caliper, Bioimpedanz oder DEXA gemessen werden
- BMI-Prime: BMI geteilt durch 25 – Werte über 1 bedeuten Übergewicht
- Ponderal-Index: Ähnlich wie BMI, aber genauer bei sehr großen oder kleinen Menschen
Was ist mein Idealgewicht?
Die einfache Broca-Formel liefert einen groben Anhaltspunkt:
- Männer: Idealgewicht = (Größe in cm − 100) × 0,9
- Frauen: Idealgewicht = (Größe in cm − 100) × 0,85
Beispiel: Ein 175 cm großer Mann hätte ein Idealgewicht von (175 − 100) × 0,9 = 67,5 kg.
Wichtig: Das "Idealgewicht" ist individuell. Gesund ist ein Gewicht, bei dem du dich wohlfühlst, leistungsfähig bist und keine gesundheitlichen Beschwerden hast.
Fazit
Der BMI ist ein nützlicher erster Anhaltspunkt, aber keine abschließende Gesundheitsbewertung. Nutze ihn als grobe Orientierung, aber ziehe für eine vollständige Beurteilung auch andere Werte wie Taillenumfang und Körperfettanteil hinzu.
Bei Unsicherheiten oder gesundheitlichen Fragen konsultiere bitte einen Arzt oder Ernährungsberater.
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